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Windkraft in Durmersheim: Veranstaltungsbericht

Knapp 100 Bürgerinnen und Bürger nutzten am 15. Dezember 2023 die Gelegenheit, sich bei der Bürgerinformationsveranstaltung der Gemeinde über den aktuellen Sachstand beim Thema „Windkraft in Durmersheim“ zu informieren. Bekanntlich ist der Bau von bis zu sieben Windrädern im Hardtwald geplant.

Lageplan des Windvorranggebiets in Durmersheim

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In seiner Begrüßung sicherte Bürgermeister Klaus Eckert zu, am eingeschlagenen Kurs einer offenen, transparenten und ehrlichen Kommunikation bei dem Thema festzuhalten. Die Frage, ob und wo auf der großen Durmersheimer Gemarkung Windräder entstehen sollen, ist ausführlich öffentlich diskutiert worden: von Ende 2020 bis Mitte 2021 in mehreren Sitzungen mit einem Bürgertisch aus zufällig ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern, auf einer Bürger-Informationsveranstaltung und in vier öffentlichen Sitzungen des Gemeinderats. 

Finanzieller Nutzen für die Gemeinde

Die nun geplanten Standorte der Windräder wurden in der Sitzung des Gemeinderats im Januar 2023 öffentlich präsentiert. Ende Juli 2023 ist zudem die Homepage www.windenergie-durmersheim.de online gegangen. Für das nächste Jahr kündigte er unter anderem eine Busfahrt zu einem Windkraftstandort im Wald sowie Begehungen mit dem Durmersheimer Förster im Wald an. Eckert verwies zudem auf den finanziellen Nutzen für die Gemeinde durch die Windräder, vor allem durch die erwarteten Pachteinnahmen in Millionenhöhe und die Gewerbesteuer. 

Die stellvertretende Verbandsdirektorin des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, Tamara Schnurr, machte deutlich, dass es der politische Wille von Bund und Land ist, 1,8 Prozent der Regionalfläche als Vorranggebiete für Windenergieanlagen auszuweisen. Es sei besser, wenn die Gemeinde selbst diesen Prozess mitgestaltet.

Die Folgen des Klimawandels für den Hardtwald

Mit eindrücklichen Grafiken und Bildern stellte Thomas Nissen, der Leiter des Forstamts im Landkreis Rastatt, die jetzige Lage und Zukunft des Hardtwalds angesichts des Klimawandels dar. Die Trockenheit und Hitze mache vor allem dem Hardtwald auf den trockenen und sandigen Böden schwer zu schaffen, sodass verstärkt auf Baumarten gesetzt werden muss, die besser mit dem Klimawandel klarkommen. Im Vergleich zu anderen Waldeingriffen, wie etwa beim Ausbau des Autobahnanschlusses bei Rastatt oder für die Ertüchtigung der Rheindämme, sei der Flächenbedarf für die Windräder mit 3,5 Hektar „minimal“, so Forstdirektor Thomas Nissen. Die Gesamtfläche des Gemeindewaldes bezifferte er auf 1.091,5 Hektar, die Zerstörung des Hardtwalds durch Orkan Lothar mit 350 Hektar. Als forstlicher Ausgleich für den Bau der Windräder seien Aufforstungen vorgesehen, die aufgrund der besseren Böden eher in den Forstbereichen des Tiefgestades erfolgen würden. 

22.000 4-Personen-Haushalte können mit Strom versorgt werden

Für die Firma Alterric stellte Raphael Bezold das Windkraftprojekt in Durmersheim vor. So könnten mit den geplanten sieben Windrädern 22.000 4-Personen-Haushalte mit erneuerbarem, lokalem Strom versorgt und damit 39,650 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. Durch die Orientierung an den vorhandenen Wegen soll der Eingriff in den Wald und den Boden soweit wie möglich minimiert werden. Geplant sei, dass während der Bauphase lokale Unternehmen beauftragt werden und die Projektfinanzierung auch mit lokalen Banken erfolgen könne. Bis zu 50 Prozent des Windkraftprojekts würden an lokale Akteure abgegeben werden. Hierzu ist von Seiten der Gemeinde die Abgabe an die Bürgerenergiegenossenschaft Durmersheim geplant.

Anhand von Schautafeln und Plänen gab es im Anschluss ausreichend Zeit, mit allen Beteiligten ins Gespräch zu kommen und Fragen und Anmerkungen loszuwerden.